Film Presentation from wine-mag.com (China)

纪录片《巴罗洛男孩》正式发布

2014-11-19 15:20  |

The Documentary Barolo Boys Released Officially

“他用一把锯子把父亲不愿换掉的又旧又大的木桶全部毁掉,他的父亲乔治瓦尼实在不明白这个年轻小伙的极端想法,父亲把儿子赶出家门,即使在两年后离开 人世前也无法释怀……”近日,一部有关意大利巴罗洛(Barolo)产区的纪录片正式发布,该纪录片描述了上世纪80年代在巴罗洛发生的酿酒风潮改革。

当年被父亲赶出家门的“巴罗洛男孩”如今已不再年少,他在影片中亲身叙述了当年的“年少轻狂”。数十年时光飞逝,他已成为皮埃蒙特 (Piedmont)地区酿酒界的改革先驱之一,他就是伊林·奥特(Elio Altare),以他的名字命名的酒庄,如今是意大利仅有的获得超过20个三个酒杯(《大红虾》(Gambero Rosso)“三杯奖”的最高级别)的三家酒庄之一。由导演保罗·卡萨里(Paolo Casalis)与迪斯安奴·佳雅(Tiziano Gaia)执导的纪录片《巴罗洛男孩》,正是讲述了80年代,一群年轻的疯狂的酿酒师是如何变革该区的酿酒风潮,目前,该纪录片可透过官方网站购买DVD 版本或在线付费观看。

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Barolo Boys/ Film Review from Weinroute.de (Germany)

Die Geschichte einer Revolution

from Weinrouten.de (http://www.weinrouten.de/wr/news/news.php?id=228)

Das Wort “Revolution” im Zusammenhang mit der Produktion – zugegebenermaßen großartiger – Weine ist vielleicht etwas hoch gegriffen. Klugerweise wählte man für den jetzt vorgestellten Dokumentarfilm den Titel “Barolo Boys” und vermerkt nur im Untertitel “storia di una rivolutione”. Für die Protagonisten und die Region um das piemontesische Alba waren die Auswirkungen jedoch über die Zeit enorm. Die hier erzählte Geschichte ist damit auch ein Lehrstück über Tradition, Innovation und den Wandel zur modernen, globalisierten Mediengesellschaft.

Angefangen hat die Geschichte mit großer Not in der Weinregion um das berühmte Dorf Barolo, gegründet auf einem allgemeinen Desinteresse an dem hier produzierten Wein, der allenfalls Experten bekannt war. Die Söhne (damals übernahmen noch praktisch ausschließlich Söhne die Weingüter) zogen lieber in die Fabriken nach Turin oder Alba, um sich einen Lebensunterhalt zu sichern. Oft wurden die Rebflächen und Weingüter verkauft – falls man einen Käufer fand. Gleichzeitig war das Leben hart, wer Glück hatte konnte am Ende eines Jahres seine Ernte zum Niedrigstpreis komplett an Mittelsmänner verkaufen. Den Launen der Natur setzte man im Weinberg eine Menge Chemie entgegen. So ging es auch dem jungen Elio Altare aus La Morra, der nach einer Vergiftung aus dem Krankenhaus entlassen, nach Hause fuhr und im Zorn mit der Motorsäge die Rebstöcke abschnitt. Es musste sich also etwas radikal ändern!

Elio fuhr mit seinem alten Wagen ins nahe Burgund. Weil er kein Geld für ein Hotel hatte, schlief er sogar im Auto. Er wollte sehen und verstehen, warum man dort schon lange sehr gut vom Wein leben konnte, warum sich die Burgunderweine für ein Vielfaches und leicht verkaufen ließen. Was er dort sah, war eine konsequente Qualitätsorientierung – im Weinberg und im Keller. Geerntet wurden nur gesunde, reife Trauben, im Keller arbeitete man sauber und baute die Weine im Barrique aus. Zurück im Piemont diskutierte er tage- und nächtelang mit Gleichgesinnten, einer Generation von jungen Winzern, die sich von den Traditionen der Region unbedingt lösen, es einfach besser machen wollten. Aus dieser Gruppe wurden dann später die “Barolo Boys” – ein Name, den sie auf einer Tour durch die USA bekamen und behielten – mit einer Ausnahme: Chiara Boschis war und blieb das einzige weibliche Mitglied, das “Barolo Girl”.

unten von links: Luciano Sandrone, Giorgio Rivetti, Piero Selvaggio, Chiara Boschis, Elio Altare, Marco de Grazia

oben von links: Enrica Scavino, Franco Moccagatta, Marco Parusso, Dina Cigliuti, Giovanni Manzone, Angelo Rocca, Luigi Scavino, Renato Corino

Der Erfolg der jungen Gruppe war unglaublich. Die Weine zeigten sich gefälliger, fruchtiger, sauberer und präziser. Man musste nicht mehr 20 Jahren warten, um einen Wein zu genießen, dessen Tannine eingebunden und rund waren. Es waren Weine genau nach dem Geschmack der gleichzeitig aufstrebenden amerikanischen Weinkritiker wie Robert Parker (Wine Advocate) oder James Suckling (Wine Spectator), die diese Weine bejubelten. Mit der medialen Verbreitung dieser frohen Botschaft steigerte sich der Durst in der Neuen Welt nach diesen Weinen, der Export wurde selbst bei steigenden Weinpreisen immer stärker. Gleichzeitig entdeckten nordeuropäische Weinliebhaber das Piemont und seine Produkte. Innerhalb nur eines Jahrzehnts floss mehr Geld in die Region Barolo als die einhundert Jahre zuvor, wird im Film festgehalten. Viele Produzenten nahmen den Betrieb wieder auf, junge Leute kamen zurück. Baroli, die vor 15 Jahren noch 20 Euro kosteten gibt es heute nur noch für deutlich über 100 Euro, falls man überhaupt eine Flasche kaufen kann. Im Ausland erreichte mancher der Barolo Boys den Status von gefeierten Rockstars.

Zuhause aber war eher das Gegenteil der Fall. Elio Altare wurde von seinem Vater aus Zorn enterbt, ein heftiger Streit entbrannte zwischen den Revolutionären und den Traditionalisten. Lange Maischezeiten, Lagenverschnitt, Ausbau in großen Botti und eine radikale Ablehnung der intensiven grünen Lese waren für sie unverzichtbar für einen “echten” Barolo. So wurde das Wort “Barrique” zum Sinnbild eines Generationenkonflikts, was Bartolo Mascarello in seinem berühmten Etikett “no Barrique – no Berlusconi” prominent zusammenfasste (es gab übrigens nur eine Handvoll Originale dieses Etiketts). Bartolo war und blieb übrigens ein Freund von Elio Altare, beide Protagonisten der gegensätzlichen Lager zeichnete ein großer Respekt vor einander aus.

 

Was Barolo Mascarello von den Barolo Boys hielt, fasste er auf seine Art in einem selbst gemalten Etikett zusammen. Diese Flasche ist vielleicht noch berühmter geworden als seine großartigen Weine.

Barolo Boys ist ein schöner Film ohne Spannungsbogen. Er erzählt die Geschichte der Barolo Boys entlang geschickt ineinander geschnittener Interviewausschnitte mit wichtigen Zeitgenossen. Elio Altare ist dabei die zentrale Figur, vom Beginn bis zum Schluss des Films. Er verkörpert wie kaum ein anderer die Revolution, die die Region verändert und den Winzern “ihre Würde zurückgegeben” hat. Die Qualitätsoffensive, die von den Gegnern als solche naturgemäß komplett negiert wird, traf auf ein sehr aufnahmefreudiges soziologisches Umfeld. Mit dem starken Trend der Globalisierung einher ging eine breite wirtschaftliche Erholung nach der Stagnation der 1970er Jahre. Nach den entbehrungsreichen Nachkriegsjahrzehnten entwickelte sich eine Konsumgesellschaft unter der Führung der USA. Und der Konsument verlangte zusehens Qualität, eine Qualität, die die bislang unbekannten Weine aus dem Piemont selbst für breitere Konsumentenschichten auch lieferten.

Eine Anfang der 90er Jahre absolvierte Promotiontour einer Gruppe der Barolo Boys durch die USA war von durchschlagendem Erfolg. Von New York bis San Francisco trafen sie auf ein begeistertes Publikum. Bis heute finden in den USA regelmäßig große Verkostungen der Weinen statt, nur, dass die teilnehmenden Winzern mittlerweile geübte USA-Reisende sind.

20 Jahre nach der Revolution im Piemont sind auch die Barolo Boys in die Jahre gekommen. Der Streit mit den Traditionalisten ist weitgehend beigelegt und man gibt heute sogar zu, in der Veränderungswut übertrieben zu haben. Die Traditionalisten sind heute auch nicht mehr gegen Edelstahl für die Fermentation, verkürzen die Maischezeiten und achten auf bestes Traubenmaterial. Die Gemeinsamkeiten der Gruppe haben sich damit weitgehend verloren und gleichzeitig der Tendenz der Piemonteser zur Eigenbrödlerei Vorschub geleistet. Elio Altare hat das Weingut seiner Tochter Silvia übergeben und widmet sich einem neuen Projekt: an der Ligurischen Küste reaktiviert er die alte Kultur des Weinbaus in den Steillagen. Eine neue, junge Genration von Winzern hat die Betriebe der Generation der Barolo Boys übernommen. Und wie jede Generation kämpfen Sie nun aufs Neue um die Zustimmung jeder kleinen Veränderung. Aus den ehemaligen Boys sind heute erstaunlich viele junge Girls geworden. Die Revolution frisst ihre Kinder.

Kein großes Kino, aber ein großartiger, einfach gemachter Dokumentarfilm: informativ, sensibel, lustig, nachdenklich und ohne Wertungen. Ein Lehrstück über das Leben und wie schwer man sich das Erbe der Väter erarbeiten muss, um es zu erwerben. Und doch ein happy end.

Der Film ist nur auf Englisch / Italienisch (mit englischen Untertiteln) erhältlich.